Digitalisieren mit dem Balgen




Negative digitalisieren mit dem Balgen




Heute möchte ich über eine Möglichkeit schreiben, Film einfach aber sehr effektiv zu digitalisieren. Im Grunde gibt es nur zwei Möglichkeiten, Film in 0en und 1en zu verwandeln: Abscannen oder Abfotografieren. Ersteres ist sehr einfach, wenn man den dazugehörigen Scanner hat. Und die können teuer werden! Um vernünftige Auflösungen zu bekommen, muss die DPI (warum dots per inch bei Film sinn machen, weiß wohl keiner..) des Scanners mindestens so hoch sein wie der Film her gibt. Die Auflösung des Films ist natürlich abhängig vom Korn, Film und Entwicklung, allerdings sollte der Scanner mindestens 2400 dpi auflösen, um das Dia hinterher mit ca 20 mal 30cm drucken zu können.

Viele haben jedoch einen Scanner zuhause, ohne zu wissen dass es sich dabei auch um einen Scanner handelt: Die Digitalkamera! Eine 24mpx Kamera löst dabei genug auf, um das Negativ in seiner vollen Größe ohne Qualitätseinbußen ablichten zu können und größere Prints zu drucken. Mit einer DNG Datei lassen sich sogar Fehler und sonstige Parameter verbessern, so dass die Auflösung theoretisch sogar erhöht werden kann. Die Frage ist jedoch, wie man das bewerkstelligen soll. Wer kreativ ist, kann sich eine Möglichkeit erbasteln, wer jedoch noch ein paar Kröten vom letzten Urlaub übrig hat, ist mit einem Balgen und einem entsprechenden Filmmodul wesentlich besser gerüstet.

Was man alles braucht: - Einen Balgen mit beliebigen Mount - Einen Adapter für die Kamera - Ein Filmmodul für den Balgen Den Balgen findet man mit ein bisschen Glück für einen schmalen Taler in der Bucht, häufig gibt es das Modul mit dazu





In meinem Fall benutze ich den Balgen und das Fotocopier-Gerät für ca 90,- aus der Bucht. Das Negativ wird in der Filmbühne eingespannt und schließlich mit der Sony abfotografiert. Dabei lässt sich der gesamte Bereich ohne Verlust ausfüllen, was letztlich bedeutet dass die vollen 36mpx dafür benutzt werden!
Wer möchte, kann auch die Zahnradlöcher in das Bild mit einarbeiten.
Nachteile dieser Technik ist, dass man in der Regel noch ein Makroobjektiv für den Balgen braucht (bei mir ist es ein Olympus 50mm 3.5 Makro), sowie mit Vignette zu kämpfen hat, wenn man den vollen Bildkreis ausnutzen möchte.








Aber die Resultate können sich sehen lassen!









Foto des Negativs vor und nach Bearbeitung.





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